Mein Gott, Walter!

Ein holländischer Campingplatz im Hochsommer. Hier hat Chefin Emma das Sagen – und sorgt dafür, dass nicht nur acht deutsche Touristen ans Ziel kommen, sondern vor allem auch sie selbst… 

Vier Zelte – acht Menschen. Da ist Walter, frisch geschieden, ein Bär von einem Kerl, aber irgendwie auch ein bisschen lebensuntüchtig. Und ziemlich unglücklich in seiner Einsamkeit kurz nach der Scheidung. Da ist der reichlich eingebildete und von sich überzeugte Macho Ulf mit seiner Freundin Lara, die nicht wenig unter seinem Egoismus zu leiden hat. Da ist das Pärchen Ines und Martin, seit zwei Monaten zusammen – aber beide kommen nicht so richtig voran in ihrer Beziehung, er, weil er keine Erfahrungen, sie, weil sie zu viele (unangenehme) Erfahrungen hat. Da ist der Hobby-Biologe Helmut, der auf der Jagd nach Schmetterlingen ist und überraschend seine eigene Tochter auf dem Campingplatz findet. Und da ist der Gynäkologe Holger, der mit seiner viel jüngeren Freundin Tanja seinen Urlaub genießt. Sein Pech, dass Campingplatz-Chefin Emma mit ihm noch ein Hühnchen zu rupfen hat… 

Es passiert eine ganze Menge zwischen diesen neun Menschen. Man liebt und man streitet sich, man prügelt sich, man reitet, spielt Minigolf und Federball, man singt Musical-Songs – und nachts, wenn der eine oder andere schlafen will und die Mücken und das ständige Geräusch von auf und zu gezogenen Reißverschlüssen für mehr Unruhe in den Zelten als nötig sorgen, gibt’s so manches komödiantische Durcheinander…

Das schreibt die Presse:

SONNTAGS-TIPP vom 09. April 2017

Ein bisschen Glück

> Weyher Theater feiert mit "Mein Gott, Walter!" gelungene Premiere

(...) Es ist ein chaotisches und liebenswertes Geflecht an unterschiedlichen Menschen, Lebens- und Beziehungsphasen, das in dem Stück "Mein Gott, Walter!" das Publikum des Weyher Theater zwei Stunden lang bestens unterhält, Die Komödie, mit der das Ensemble am Freitagabend eine fulminante Premiere feierte, wurde den Schauspielern von Kay Kruppa und Frank Pinkus auf den Leib geschrieben, was dem spielfreudigen Ensemble in jeder Szene sichtlich anzumerken ist. Der Funke springt sofort aufs Publikum über, wenn sich der Vorhang hebt und das detaillierte Bühnenbild von den Zelten über Kunstrasen bis zum Mond, der nachts über der Bühne scheint, den Zuschauer mitten auf den Campingplatz zieht. Das titelgebende Lied "Mein Gott, Walter" von Mike Krüger verfolgt den armen Walter in dem Stück übrigens bereits sein Leben lang. Schon in der Schule, wenn ihn seine Mitschüler damit auf zogen, als er mal wieder im Sportunterricht versagte. Und auch auf Emmas Campingplatz bekommt er den Spruch zu hören, wenn er sich regelmäßig in die Nesseln setzt. Dabei sind doch diese Menschen nur auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück. Ihnen dabei zuzuschauen, ist aberwitzig, bizarr-komisch, bewegend und rührselig. Der Wortwitz kommt dabei nicht zu kurz, wenn Emma wie so oft ihre Probleme mit den deutschen Sprichwörtern hat und permanent Worte vertauscht. Garniert wird das Ganze mit tollen Musical-Songs, mit denen Lisette Groot und Sarah Kluge stimmgewaltig nicht nur ihre Mitcamper, sondern auch die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Eine chaotisch-liebenswerte Woche auf dem Campingplatz verfliegt so in zwei Stunden fast wie im Fluge. Das Premierenpublikum bedankte sich mit minutenlangen stehenden Ovationen für einen wunderbar unterhaltsamen Abend.
Es war ein wunderschöner Abend... schöner könnte es eigentlich nicht sein...
 

WESER-REPORT vom 09. April 2017

Eine turbulente Urlaubswoche

"Mein Gott, Walter" feierte am Freitag Premiere im Weyher Theater/ Besetzung stimmt

BRIGITTE BREUHAHN

Sehr unterschiedliche Charaktere treffen während ihres Urlaubs auf einem Campingplatz in Holland aufeinander.
Einen für das Theater eher ungewöhnlichen Schauplatz haben sich die Autoren dieses Mal ausgesucht, einen holländischen Zeltplatz. Kunstrasen, ein paar Sitzgelegenheiten, einige Büsche und vier Zelte ergeben das Bühnenbild. Hier führt Emma (Lisette Groot) ihr Regime und hat manchmal ihre liebe Not mit der deutschen Sprache. Aus "Ich fühle mich wohl in meiner Haut" wird dann etwa "Ich fühle mich lecker in meinem Fell", sehr zum Vergnügen des Publikums. Acht Urlauber verbringen eine turbulente Woche in Holland, allen voran der trottelige Walter (Thorsten Hamer). Von seiner Frau mitsamt Caravan verlassen (wobei er Letzteren mehr vermisst) tut er sein Bestes, um Allen irgendwie zu helfen. Lara (Nathalie Bretschneider) zu Liebe blamiert er sich beim Federball spielen, dem in Liebesdingen völlig unerfahrenen Martin (Marco Linke) zeigt er, wie er seine Freundin Ines (Sarah Kluge) endlich verführen kann und dem herrlich überzeichnet dargestellten Macho Ulf (Marc Gelhart) sagt er so richtig die Meinung. Mit von der Partie sind noch der in die Jahre gekommene Gynäkologe Holger (Joachim Börker), seine sehr junge Freundin Tanja (Isabell Christin Behrend) und deren Vater Helmut (Hermes Schmid). Es passiert so Einiges, was die Paare zum Teil auseinander, zum Teil aber auch (wieder) zusammen bringt. Als unterhaltsame Abwechslung singen Emma und Ines Musicalsongs, wofür sie wohl verdient Szenenapplaus bekamen. (...) Mehrere Vorhänge und stehend dargebrachte Ovationen gab es am Ende. (...) "Mein Gott, Walter" lebt vor allem durch die hervorragende Besetzung der Charaktere und die für einen Zeltplatz typischen Situationen, die wohl jeder schon einmal erlebt hat, der Zelten war: Nächtliches "Reißverschluss auf, Reißverschluss zu..." zum Beispiel.

 

KREISZEITUNG vom 10. April 2017

Duell auf dem Campingplatz: Vater versus Frauenarzt

Ensemble des Weyher Theaters begeistert mit "Mein Gott, Walter!"
Von Regine Suling

WEYHE  Menschen auf dem Campingplatz kennen sich oft gut. Und manchmal viel zu gut. Das beweist das Ensemble des Weyher Theaters in seinem neuesten Stück "Mein Gott, Walter!". Das feierte am Freitagabend eine erfolgreiche und vielfach beklatschte Premiere  und Walter alias Thorsten Hamer brillierte als verlassener Ehemann.

Mit hängenden Schultern saß er vor seinem Ein-Mann-Zelt und klagte Campingplatzbetreiberin Emma (Lisette Groot) sein Leid: "Jetzt ist Bettina weg  und der Caravan auch." Durchgebrannt ist sie, seine Ex-Frau. Und das auch noch mit einem anderen Camper. Während Walter frustriert seine Gefühle in sein Handy-Tagebuch diktierte, versprachen drei andere Zelte auf der mit Kunstrasen ausgekleideten Bühne Abwechslung auf dem holländischen Campingplatz.
Da sind Ines (Sarah Kluge) und ihr arg verschüchterter Freund Martin, überzeugend von Marco Linke in Szene gesetzt. "Ihr seid zwei Monate zusammen  und bei euch tut sich nichts", hat Emma fix angesichts der nächtlichen Stille analysiert. Derweil ist es im Zelt nebenan wesentlich lauter. Dort schlafen Super-Macho Ulf (Marc Gelhart) und seine neue Freundin Lara (Nathalie Bretschneider). Und nur wenige Schritte weiter haben Gynäkologe Holger (Joachim Börker) und seine 28 Jahre jüngere Freundin und Patientin Tanja (Isabell Christin Behrendt) ihr Zelt aufgeschlagen.
Als sich alle nach und nach treffen, ist die Basis für eine gute Komödie gelegt: Ines ist die Ex-Freundin von Ulf, Emma die Ex-Frau von Holger und Tanja die Tochter von Biologe und Schmetterlingsfreund Helmut (Hermes Schmid). Jetzt geht es rund: Walter bändelt vorsichtig mit Lara an, reitet mit ihr durch die Dünen und landet in den Wellen, zieht den Kürzeren beim Mini-Golf und schlägt beim Federball immer daneben. Trotzdem findet Lara immer mehr Gefallen an dem eigentlich schüchternen und doch zugleich kecken Mann im Hawaiihemd, der kein Blatt vor den Mund nimmt: "Und Sie sind mit ihrem Gynäkologen hier?", fragt er Tanja.
Deren Vater wiederum fordert eben diesen Frauenarzt, den er Lustgreis nennt, zum Duell heraus: "Ich war Schulmeister im Boxen, im Federgewicht." Daraufhin stellt er das Tänzeln ein, jagt mit dem Kescher nicht mehr immer neuen Schmetterlingsarten hinterher, sondern trainiert stattdessen für sein großes Duell mit seinem Widersacher  großartig gespielt von Hermes Schmid.
Das Stück lebt von der Situationskomik, von Walters trauriger und doch sympathischer Gestalt, von den verdrehten Sprichwörtern, die Lisette Groot in den Mund gelegt wurden: "Ich fühl' mich lecker in meinem Fell." Was so viel heißen soll wie "Ich fühl mich wohl in meiner Haut." Lisette Groot und Sarah Kluge liefern zudem mehrere Musical-Einlagen.
Frank Pinkus und Kay Kruppa haben die Komödie geschrieben  und alle Rollen passend besetzt. Kurzweil und gute Laune sind garantiert. Zum Beispiel, als der in Frauenbelangen wenig bewanderte Walter dem noch ahnungsloseren Martin mit voller Inbrunst die Kunst der Frauen-Verführung beibringen will, Popo-Tätscheln inklusive.
Einige der Campingplatzbewohner wechseln schließlich das Zelt, Nachtruhe ausgeschlossen. "Reißverschluss auf, Reißverschluss zu", tönt es angesichts der Wanderung über den grünen Rasen. Plötzlich wird es in den einst leisen Zelten laut. Und in den anderen still. "Mein Gott, Walter!" Ein amüsantes Stück, das das Ensemble des Weyher Theaters noch bis zum 13. Mai auf die Bretter bringt.

 

WESER KURIER vom 10. April 2017

Beziehungschaos auf dem Campingplatz

Das Weyher Theater feiert mit der Urlaubskomödie "Mein Gott, Walter!" Premiere

VON FEMKE LIEBICH
Weyhe-Kirchweyhe. In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Pünktlich zum Beginn der Sommerferien werden erneut regelrechte Wohnwagenkarawanen über die Autobahn rollen. Wer sich allerdings schon jetzt auf die Campingsaison einstimmen und in Urlaubseuphorie verfallen möchte, der ist seit Freitagabend im Weyher Theater genau richtig. Dort feierte mit "Mein Gott, Walter!" eine sommerlich-frische Komödie Premiere, die einfach nur gute Laune macht.
Mit vier Zelten und einem grünen Rasenteppich verwandelt sich die Bühne des Schauspielhauses am Kirchweyher Marktplatz dieses Mal in einen holländischen Campingplatz. Denn genau dieser ist der Schauplatz von "Mein Gott, Walter!". "Wir wollten mal einen ungewöhnlichen Ort", erklärt Dramaturg Frank Pinkus die Auswahl der Kulisse. Zusammen mit Intendant Kay Kruppa hat er das Stück geschrieben und es zudem selbst inszeniert.
Auf dem holländischen Campingplatz treffen neun völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander, und genau das ist auch das bewährte Erfolgsrezept von Pinkus und Kruppa. So betonten die Theatermacher bereits in der Vergangenheit, dass die Zuschauer es lieben würden, wenn sie sich oder andere in den dargestellten Personen mit den eigenen Macken und den erlebten Situationen wiederkennen. Ob es nun der liebenswerte, einsame und ein bisschen lebensuntüchtige Walter (Thorsten Hamer), der eingebildete Macho Ulf (Marc Gelhart) mit seiner schüchternen Freundin Lara (Nathalie Bretschneider), die ehemalige Musicalsängerin und jetzige Campingplatz-Chefin Emma (Lisette Groot) und deren Ex-Mann und Gynäkologe Holger (Joachim Börker) mit seiner deutlich jüngeren Freundin Tanja (Isabell Christin Behrendt) oder das frisch verliebte Pärchen Martin (Marco Linke) und Ines (Sarah Kluge) und der ambitionierte Hobby-Biologe Helmut (Hermes Schmid) sind � sie alle überzeugen mit ihren ganz persönlichen Geschichten.
Erkenntnisse in Sachen Liebe
Das Schöne ist: Das Publikum begleitet sie während des gesamten Stücks auf ihrem jeweiligen Weg zum Glück. Und das ist nicht immer ganz einfach, denn wie Ines und Emma schon erkannt haben: "Liebe ist Mist, aber ganz ohne ist es auch blöd."
Während es bei anderen Komödien oftmals um schnelle Szenenwechsel und Tempo geht, besticht "Mein Gott, Walter!" vor allem mit seinen überaus gelungenen Dialogen, die beim Publikum immer wieder für lautes Gelächter und Beifall sorgen. Die Macher Frank Pinkus und Kay Kruppa haben es somit erneut geschafft, ein weiteres Erfolgsstück treffsicher für das Ensemble des Weyher Theaters zu schreiben. Dabei haben sie die einzelnen Vorzüge "ihrer" Schauspieler perfekt herausgestellt.
So können sich die Besucher unter anderem auf eine Gesangseinlage von Sarah Kluge und Lisette Groot freuen, mit der sie schon im benachbarten Shakespeare's Pub beim "Special Monday" für viel Begeisterung sorgten. Auch Groots holländische Wurzeln hat das Autorenduo mit eingebracht, in dem sie die Campingplatz-Chefin immer wieder an den deutschen Sprichwörtern verzweifeln lassen: "Suchen wir den verlorenen Onkel."
Im Laufe der mehr als zwei Stunden werden die Besucher Zeugen von Alltagssituationen, die man vom Campingplatz kennt. Natürlich dürfen dabei das ständige Auf- und Zumachen des Zeltreißverschlusses oder eine Mückenplage ebenso wenig fehlen wie die Tatsache, dass man ganz unmittelbar am Leben der Anderen teilnimmt. Aber das soziale Miteinander ist ja gerade das Schöne am Camping. Genau das hat auch das Publikum erkannt: So tauchten die Besucher von der ersten Minute an in die liebenswerte Komödie ein und bedankten sich am Ende bei dem Ensemble mit sieben Vorhängen und stehenden Ovationen.

 

Mit 

Lisette Groot

Thorsten Hamer

Marco Linke

Nathalie Bretschneider 

Marc Gelhart 

Sarah Kluge

Joachim Börker

Isabell Christin Behrendt 

Hermes Schmid

 

Übrigens:
Das ist eine neue Komödie, von Kay Kruppa und Frank Pinkus wieder einmal für unser Ensemble geschrieben. Es gibt viel zu lachen, viele typische Alltagssituationen, die man vom Campingplatz kennt. Aber es ist auch viel Leben in der Zeichnung dieser neun Menschen, die alle versuchen, sich ihr kleines Stückchen Glück zu sichern. Lustig, sympathisch, ein bisschen nachdenklich und sehr, sehr liebenswert – so wie gute Komödien eben sein sollen!